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Geologisch
ist Island so interessant, wie wohl kaum ein anderer Ort in Europa:
Die Vulkaninsel liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken,
einem unterseeischen Gebirgszug, der an einigen Stellen die Wasseroberfläche
durchbricht. Auf Island ist es geologisch am interessantesten,
weil am besten zu sehen.
Der Länge
nach zieht sich auf dem gewaltigen unterseeischen Gebirgszug (der
Mittelatlantische Rücken ist die grösste Gebirgskette der Erde!)
nämlich ein Grabenbruch, eine mächtige Spalte, denn hier
driften die eurasische (bzw. im Süden die afrikanische) Erdplatte
und die amerikanische auseinander.
Dieser Grabenbruch
zieht sich diagonal durch ganz Island, so dass die Insel praktisch
auseinander gerissen wird. Immerhin etwa 2 cm pro Jahr und das
bedeutet: seit der Landnahme vor etwa 1000 Jahren immerhin etwa
20 Meter. Nur die nachquellende Lava verhindert, dass die Insel
in zwei Teile zerfällt.
Diesen gewaltigen
Vorgang, der uns bis an die Wurzeln der Entstehung unseres Planeten
führt, können Sie bei einem Besuch auf Island persönlich erleben
und zwar am anschaulichsten in der Schlucht von Almannagjá.
In dieser Schlucht können Sie tatsächlich von der eurasischen
Erdplatte auf die amerikanische springen bzw. spazieren. Es ist
keine sichtbare Erdspalte vorhanden, sondern die Wände der Schlucht
markieren die Grenze: Sie liegen auf zwei verschiedenen Kontinentalplatten.
Auf der entgegengesetzten
Seite der Erde können Sie übrigens etwas ähnliches erleben: Zwischen
den bekannten indonesischen Touristeninseln Bali
und Lombok und ebenfalls zwischen Borneo und Sulawesi
(Celebes) verläuft ebenfalls recht auffällig die Grenze zwischen
zwei Kontinentalplatten (Wallace-Linie). Dort allerdings unter
Wasser; so schön wie auf Island haben Sie es wohl sonst nirgends
auf der Welt.
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