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Island ist ein Land mit grossem Vogelreichtum. Hier sind Basstölpel abgebildet
Island -

Flora und Fauna

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Island ist bekannt für seine Vogelwelt; Landsäugetiere gibt es wenige, wenn man von den eingeführten Haustierarten - vor allem Schafe (sie leben hier halbwild) und die berühmten Islandponys - einmal absieht.

Landsäugetiere:

Polarfuchs, auch Eisfuchs

Relativ zahlreich ist der Polarfuchs (Vulpes lagopus, Syn.: Alopex lagopus), der stellenweise die Bestände seltener Vögel arg bedrängt. Immerhin ist das aber eine Tierart, die schon seit Tausenden von Jahren hier lebt (der Polarfuchs ist das einzige natürlich vorkommende Landsäugetier Islands) - damit muss die Natur eben klarkommen. Kommt sie auch.

Eine Gefahr ist der Eisfuchs natürlich für alle bodenbrütenden Vögel (und das sind ja fast alle), er nimmt aber besonders gerne Papageitaucher, denen er in ihren Nisthöhlen nachstellt.

Polarfüchse sind im Sommer dunkel gefärbt. Sie sind kleiner, als unsere einheimischen Füchse und haben auffällig kleine Ohren - eine Anpassung an die Kälte.

In der Gemeinde Súðavík, einem kleinen Fischerort in den Westfjorden Islands gibt es seit 2007 ein Polarfuchszentrum (Isländisch: Melrakkasetur). Es hat sich die Aufgabe gestellt, die Situation des Polarfuchses auf Island zu erforschen, vor allem auch die Auswirkungen des Tourismus auf den kleinen Räuber. Die Ausstellung ist auch auf Deutsch beschildert.
Ausserdem bietet das Zentrum für Naturliebhaber und Naturfotografen geführte Exkursionen ins Naturreservat Hornstrandir an, dem "Königreich des Polarfuchses".

Unangenehmer als der Polarfuchs ist der Mink, der amerikanische Nerz, ein Neubürger (Neozoe) aus Amerika, der uns auch in Deutschland viel Ärger bereitet.

Die Ansiedlung von Moschusochsen ist bisher fehlgeschlagen, ob es neuere Versuche dafür gibt, entzieht sich der Kenntnis des Verfassers.

Auch Eisbären werden Sie nicht sehen - nur alle paar Jahre mal verirrt sich einer auf die Insel.

Rentier (Karibu)

Die Ansiedelung von Rentieren war etwas erfolgreicher; im östlichen Hochland der Insel leben heute etwa 3000 Rentiere wild. Sie stammen angeblich alle ab von 13 Rentieren, die 1771 aus Norwegen eingeführt und in Ostisland angesiedelt wurden.
Bis in den Juni hinein kann man sie auch in tieferen Langen an der Küste der Ostfjorde beobachten.

Anders als bei unseren Rot- und Damhirschen tragen bei den Rentieren auch die Weibchen ein Geweih, welches aber schwächer ist als das der Hirsche.

Islands Vogelwelt:
Für "Bird-Watcher" ist Island eine gute Adresse. Die Vogelfelsen sind oft von zehntausenden von Seevögeln bevölkert und an den Binnenseen, wie dem Myvatn ("Mückensee") findet man Sterntaucher, seltene Enten und Odinshühnchen.

Gerfalke (Falco rusticolus)

Wahrscheinlich der Höhepunkt und für manchen Vogelbeobachter durchaus ein entscheidender Aspekt ist das relativ (!) häufige Vorkommen des wunderschönen Gerfalken (Falco rusticolus). Dieser sehr helle, oft fast weisse Falke - der grösste aus der Familie der echten Falken - hat auf Island eines seiner Hauptverbreitungsgebiete.

Er brütet an Klippen an der Küste und in zerklüfteten Gebirgsregionen mit angrenzenden offenen Gelände. Interessanterweise kommen auf Island sowohl die helle, als auch die dunklere Farbvariante vor und damit natürlich auch alle Abstufungen.
Auf Island ist das Schneehuhn ganz offensichtlich sein Haupt-Beutetier, aber er nimmt natürlich auch alles andere, was im vor die Fänge gerät.

Die Art galt noch anfang unseres Jahrhunderts als bedroht, vor allem durch Eiersammler und (vorwiegend arabische) Falkner. Mittlerweile greifen aber die Schutz- (und Straf-) Massnahmen und der Gerfalke wird international als nicht mehr bedroht (least concern) eingestuft; der Weltbestand könnte bis zu 70.000 adulte Vögel betragen (Quelle: IUCN 2016). In Europa gibt es allerdings geschätzt weniger als 2.000 Paare dieser herrlichen Greifvögel, von denen auf Island bis zu 400 Paare siedeln sollen.

Neben dem Gerfalken kommen auf Island auch der Seeadler (Haliaeetus albicilla) und der Merlin (Falco columbarius) als wichtige Greifvögel vor. Zusätzlich gibt es mit der tagaktiven Sumpfohreule (Asio flammeus) eine Eulenart, die in Deutschland fast ausgestorben ist.

Während der Merlin - ein kleiner, sehr schneidiger Zwergfalke - ziemlich schwierig zu beobachten ist, kann man bei der Sumpfohreule schon eher Glück haben. In Deutschland gibt es noch vielleicht 100 Paare der Art, überwiegend in Norddeutschland. Die Insel Amrum gilt bei Vogelfotografen als HotSpot für die Art.
Auf Island kommt sie spärlich in den offenen Landschaften der Insel vor, vor allem im Norden und im Westen. Im Süden ist kein Platz, weil die Gletscher sehr weit bis an die Küste reichen. Besondere Hotspots können wir hier jedoch nicht veröffentlichen.

Schnee-Eule (Bubo scandiacus):
Obwohl die Landschaft Islands an vielen Stellen durchaus geeignet ist als Lebensraum für die Schnee-Eule, ist diese grosse, fast weisse Eule nur ein sehr seltener Brutvogel im Inneren der Insel.

Schneeeule - Aufnahme unter kontrollierten Bedingungen

Das liegt in eher geringem Umfang an der für Schnee-Eulen doch relativ dichten Besiedelung mit Menschen und den dadurch verursachten Störungen. Entscheidend ist, dass Schnee-Eulen ihre Jungen normalerweise fast ausschliesslich mit Lemmingen grossziehen - und die gibt es auf Island nicht. Isländische Schnee-Eulen müssen sich auf Schneehühner und Enten umstellen und das passt eben nicht so gut.

Fazit: Wenn Sie zur Brutzeit auf Island einer Schnee-Eule begegnen sollten, ist das zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber diese Art sollten Sie nicht in Ihrer ornithologischen Agenda für Island stehen haben, denn das würde wahrscheinlich zu Enttäuschungen führen.

Alpenschneehuhn (Lagopus muta):
Das Alpenschneehuhn ist für die Tierwelt Islands von entscheidender Bedeutung - für den Menschen übrigens auch, denn die Art ist ein beliebtes Weihnachtsessen.

Alpenschneehuhn

Vor allem der Gerfalke ist auf einen gesunden Bestand an Alpenschneehühnern angewiesen, aber auch der Polarfuchs ist an dem schmachhaften Braten sehr interessiert.

Alpenschneehühner haben im Sommer und im Winter ein vollkommen unterschiedliches Aussehen - das nebenstehende Foto zeigt ein Übergangskleid und demonstriert sehr schön, dass die Färbung perfekt ist, um sich zu jeder Jahreszeit zu tarnen.

Alpenschneehühner kommen überall auf Island vor. Allerdings vermelden die dortigen Ornithologen aktuell ganz drastische Bestandsrückgänge. Vor allem im gesamten Westen der Insel scheinen die Bestände stark rückläufig zu sein. Rückläufig aber auf hohem Niveau: Das Schneehuhn ist eine auf Island eigentlich sehr verbreitete Art und so kann man immer noch von einem Bestand in 6-stelliger Höhe ausgehen.

Der clownartige Papageitaucher (Fratercula arctica) ist fast so etwas wie der Nationalvogel Islands. Sie nisten in Höhlen und finden dort Schutz für die Jungen vor räuberischen Möwen. Aber sicher sind sie auch dort nicht, denn den Polarfuchs schrecken Höhlen nun wirklich nicht . . .

Papageitaucher sind auf den Vogelfelsen Islands zu beobachten

Die Papageitaucher sind natürlich auch bei Besuchern beliebt, die sich sonst nicht so sehr für die Vogelwelt interessieren. Leider sind auch die Bestände der Papageitaucher in den letzten Jahren dramatisch eingebrochen, ohne dass man den Grund dafür schlüssig darlegen kann.

Vielfach findet man auch Goldregenpfeifer. Auch die Rotdrossel sieht man in Deutschland bestenfalls mal im Winter. An den Vogelfelsen finden sich zudem Trottellummen, Dickschnabellummen, Eissturmvögel, Gryllteiste und Basstölpel (s. Foto ganz oben auf dieser Seite). Einige dieser Arten kommen auf Látrabjarg vor, dem westlichsten Punkt Islands mit seiner großen Vogelklippe.

Es gibt Odinshühnchen und Thorshühnchen (Brutgebiet nur auf der Insel Flatey, der größten Insel im Fjord Breiðafjörður und mit einer Fähre von Stykkishólmur auf der Halbinsel Snaefellsness zu erreichen) und an Gletscherseen sind Sterntaucher und Skua (Raubmöwen) zuhause.
Eistaucher, Kragenente und Spatelente haben auf Island sogar ihre wahrscheinlich einzigen europäischen Brutgebiete.

Ein wirkliches Paradies ist Island für Enten aller Art. Allein am Mývatn sind es im Sommer 16 Entenarten. Wir gehen auf die einzelnen Arten noch ein und verweisen an dieser Stelle nur schon auf die Eiderente, weil sie auch wirtschaftlich eine gewisse Rolle im ländlichen Raum Islands spielt.

Für die Beobachtung von Walen (Whale-Watching) gilt Island als einer der weltweiten HotSpots. Riesige Blauwale, Schwertwale (Orcas), Minkwale (Zwergwale, Balaenoptera acutorostrata), Buckelwale, Finnwale, Pottwale und mehrere Delfinarten leben rund um Island – insgesamt angeblich mehr als 230.000 Tiere.
Außerdem gibt es auf Island große Populationen von Kegelrobben, Sattelrobben, Ringelrobben und Seehunden.

Die Gewässer um Island sind immer noch reich an Fischen und Meeressäugern, obwohl die Situation auch in dieser Region der Erde nicht mehr so gut ist wie früher. Als Ausgangspunkt für Whale-Watching ist Island mittlerweile kein Geheimtipp mehr. In Husavik (im Norden Islands und damit recht weit weg von Reykjavik) gibt es seit 1997 ein Wal-Zentrum bzw. Walmuseum, wo Sie alle wichtigen Informationen zu diesem Thema bekommen. Von Husavik werden auch Schiffstouren angeboten.

Auch der Ort Olafsvik auf der Halbinsel Snaefellsness gilt als guter Startplatz für WhaleWatching-Touren; dieser Ort ist von Reykjavík gut mit dem Auto zu erreichen.

Die Flora ist eher bescheiden; die Insel ist über weite Strecken vegetationslos und Reste der früheren Wälder gibt es nur noch an wenigen Stellen.

Wir werden aber auch diesen Aspekt noch vervollständigen.

Der Beitrag über die Tiere und Pflanzen Islands wird noch ergänzt.

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